Spiegel oder nicht – Argumente für und gegen den elektronischen Sucher

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Spiegel oder kein Spiegel – das ist die Frage

Argumente zum Kauf einer Systemkamera (Wechselobjektive), mit oder ohne Spiegel:

Quelle: http://www.fotointern.ch/…/spieglein-spieglein-in-der-kame…/

Was für den elektronischen Sucher spricht:

  • Man hat immer ein helles Sucherbild, egal wie hell das Motiv beleuchtet ist. Das ist meist ein Vorteil. Ich sehe stets, wie das Bild nachher belichtet sein wird. Diese Funktion kann ich auch deaktivieren, denn wenn ich beispielsweise im Studio mit Blitz arbeite, brauche ich ein helles Sucherbild, auch wenn die eingestellten Werte ohne Blitz ein dunkles Sucherbild ergäben.
  • Keine Erschütterungen durch den hochklappenden Spiegel im Moment der Auslösung und dadurch weniger Verwicklungsgefahr
  • Ich kann mir bei Bedarf das geschossene Bild kurz in den Sucher einspiegeln lassen. Manchmal ist das ein Vorteil. Bei schnellen Bildserien ist es ein Nachteil, und man deaktiviert diese Funktion dann einfach.
  • Ich kann bei Bedarf die Schärfentiefe gleich im Sucher mit hellem Sucherbild beurteilen.
  • Es gibt keine Dunkelpause beim Auslösen. Will heissen: Der absolut entscheidende Moment, nämlich der Sekundenbruchteil, in dem das Bild entsteht, ist im Sucher sictbar, während es bei der DSLR in diesem Augenblick zappenduster wird.
  • Beim Filmen kann ich die Schärfe gleich im Sucher beurteilen und muss nicht mit mühsamen Zusatzhilfsmitteln das hintere Bildschirmbild vergrössern.
  • Schnellere Bildraten sind möglich.
  • Das Auslösegeräusch ist wesentlich leiser. Natürlich kann man bei der DSLR auch den Spiegel vorauslösen, doch dann ist das schöne Sucherbild weg.
  • Die Kamera kann kompakter gebaut werden, weniger Verschleiss­teile, weniger Gewicht, günstigere Konstruktion
  • Die Objektive müssen nicht mehr für alle Parameter korrigiert werden, da das Sucherbild vor der Anzeige noch elektronisch korrigiert werden kann. Mehr dazu später.

Was für die Spiegelkonstruktion spricht:

  • In wenigen Situationen kann es von Vorteil sein, in einer dunklen Umgebung auch ein dunkleres Sucherbild zu haben, damit das Auge im Dunklen weiterhin gut sieht (z.B. bei der Beobachtung von Tieren in der Dämmerung). Logisch, dass man aber in diesem Fall den Rückschaumonitor auch ausschalten muss.
  • Ich muss die Kamera nicht extra anschalten, wenn ich schnell durch den Sucher schauen möchte, um eine Bildkomposition anzudenken.
  • Der Stromverbrauch der Kamera ist beträchtlich kleiner.
  • Der Sensor steht nicht permanent unter Strom, was für seine Lebensdauer sicher vorteilhaft ist. Zudem bleibt er kühler, was eigentlich zu besserem Rauschverhalten führen sollte. In der Praxis konnte ich diesbezüglich aber keinen Unterschied zwischen der Leica SL und meinen beiden Nikon-Kameras feststellen.

Für mich ist klar: Wenn ein EVF so gut wie derjenige der Leica SL ist, sind die Vorteile einer spiegellosen Konstruktion grösser als ihre Nachteile.

Ich denke, dass sich die EVF noch weiter entwickeln werden und wir das Bild in Zukunft mit sechs, acht oder noch mehr Mega- pixeln eingespiegelt bekommen. Bei normalen Lichtverhältnissen habe ich beim Fotografieren mit der Leica SL oft vergessen, dass das Sucherbild elektronisch eingespiegelt wird.

Bei knappen Lichtsituationen und hohen Kontrasten kommt der EVF manchmal an seine Grenzen, und ich bevorzuge das optische Bild.

Quelle:

http://www.fotointern.ch/archiv/2016/02/14/spieglein-spieglein-in-der-kamera/

Im Februar 2016
Michael Kurz

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