Photogeniale Industriebrache in Schorndorf

Badeanstalt für Rinderskalps

 

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Auszug aus Schorndorfer Nachrichten:
… Kurz nach der Erfindung der Dampfmaschine ging man auch bei Christ. Breuninger vom rein handwerklichen Gerbereibetrieb zur teilweise industriellen Lederverarbeitung über. Rasches Wachstum folgte, schließlich gab’s zwischen 1870 und 1915 kaum einen Bereich, in dem Leder nicht gefragt war: Kavallerieausrüstung, Schuhsohlen, Reisekoffer, Aktenmappen und vieles mehr. Auch die Industrialisierung selbst brauchte das Leder als Grundprodukt für die Herstellung von Treibriemen, ohne die eine Übermittlung der Kraft der Dampfmaschinen undenkbar gewesen wäre.

Die enge Beziehung zu den Arbeiterfamilien … ein wichtiger Grund dafür gewesen, dass die Qualität des Produktes immer eine besondere gewesen sei. Zeitweise arbeiteten zwei bis drei Generationen einer Familie im Betrieb. Fachwissen wurde stets weitergegeben. So wurden die Erzeugnisse der Fabrik auch international zum Renner. Zu den besten Zeiten arbeiteten 278 Mitarbeiter in der Firma, die zu den bedeutendsten ihrer Art gehörte.

Nach den Ölkrisen wurde es auf dem deutschen Markt schwer

Allerdings: Nach dem Ende der Wirtschaftswunderjahre durch die Ölkrisen und dem Einsetzen von Arbeitslosigkeit änderte sich einiges. Hohe Anforderungen an den Umweltschutz machten Investitionen nötig, die mit den Einnahmen kaum zu stemmen waren, viele Lederfabriken mussten in dieser Folge schließen, so Veit Breuninger. Das Familienunternehmen jedoch überlebte länger. Während im Inland Absatzschwierigkeiten dominierten, konnten 85 Prozent der Waren exportiert werden.

1968 gab’s noch 236 Betriebe in der Lederindustrie, doch am Ende war die Christ. Breuninger die letzte noch existierende Lederfabrik in Deutschland, die rein pflanzlich gegerbte Rindleder veredelte, erklärte der sichtlich gerührte Veit Breuninger. 160 Jahre hatte die Firma seiner Familie an der Schorndorfer Industriegeschichte mitgeschrieben…

Anmerkung:
Es ist ein Loch im Zaun.
;-)

 

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